Heimspeicher vs Wärmespeicher: der Heimspeicher hat in den letzten Jahren viel Aufmerksamkeit bekommen. Zu Recht: immer mehr Häuser haben Photovoltaik, die Einspeisevergütung wird unattraktiver, und wer den eigenen Strom abends nutzt, spart Geld. Für die tägliche Verschiebung ist eine Batterie eine logische Antwort auf eine logische Frage.
Aber ein Heimspeicher und ein saisonaler Wärmespeicher lösen nicht dasselbe Problem. Der eine geht um Strom auf kurze Sicht. Der andere um Wärme auf lange Sicht. Wer das verwechselt, kauft das falsche Werkzeug für die Aufgabe.
Der Rhythmus gibt die Regeln vor
Strom hat einen Tagesrhythmus. Tagsüber erzeugen, abends nutzen. Acht Stunden Speicherung reichen. Das passt zu einer Batterie, die mehrere hundert Mal im Jahr lädt und entlädt.
Wärme hat einen Jahresrhythmus. Im Juli fast keine Nachfrage, im Januar viel — und im Winter steigt nebenbei auch alles andere: mehr Beleuchtung, kältere Waschgänge, kürzere Tage, mehr Kochen drinnen. Der Abstand zwischen Sommerüberschuss und Winterbedarf beträgt keine acht Stunden — er liegt eher bei vier Monaten. Eine Batterie, die das überbrücken soll, wird enorm. Ein durchschnittliches Wohngebäude verbraucht für Heizung und Warmwasser leicht 1.500 bis 2.000 Kilowattstunden in einem einzigen Wintermonat. Wer den Monat elektrisch überbrücken will, landet bei mehreren Dutzend Tesla Powerwalls hintereinander — Kapazität, die nicht täglich genutzt wird, sondern ein paar Monate im Jahr voll abgerufen wird. So rechnen sich Investitionen nicht.
Bei thermischer Saisonspeicherung ist das kein Problem. Man lädt langsam in der Überschussphase und nutzt die Wärme Monate später. Der Speicher muss nur eines gut können: Wärme festhalten, bis sie gebraucht wird.
Strom ist teuer, wenn man nur Wärme will
Strom ist hochwertige Energie. Man kann fast alles damit machen: ein Laptop, ein Auto, eine Induktionsplatte. Für Raumheizung und Warmwasser braucht man diese Vielseitigkeit nicht. Die Endanwendung ist niederwertig: ein Heizkörper braucht keine 230 Volt, eine Dusche keine Frequenzregelung.
Wer Strom speichert, um ihn später wieder in Wärme umzuwandeln, bezahlt für Flexibilität, die er anschließend wegwirft. Thermische Speicherung hält die Energie in der Form, in der sie genutzt wird. Eine ziemlich nüchterne Beobachtung — sie verändert aber die ganze Rechnung.
Andere Frage, andere Lösung
Eine Batterie beantwortet die Frage: wie nutze ich meinen Solarstrom heute Abend?
Ein saisonaler Wärmespeicher beantwortet die Frage: wie nutze ich meine Sommerenergie für meine Winterwärme?
Das sind keine konkurrierenden Technologien. Das sind Antworten auf unterschiedliche Fragen. Ein Haus mit Photovoltaik, Fußbodenheizung und Warmwasserbedarf profitiert von beiden — eine Batterie für den täglichen Stromverbrauch, ein Speicher für die Winterwärme. Der Fehler liegt nicht in der Wahl zwischen den beiden. Der Fehler liegt im Gedanken, das eine könne das andere ersetzen.
Wo passt Caldum?
Caldum ist ein kompakter Wärmespeicher, geladen mit Energie aus Photovoltaik oder aus dem Netz, wenn Angebot vorhanden ist. Er liefert Wärme für Heizung und Warmwasser und ist darauf ausgelegt, Zeiträume von Wochen bis Monaten zu überbrücken — nicht Stunden oder Tage.
In einer Neuinstallation ersetzt Caldum in der Regel die Wärmepumpe. Hybridbetrieb ist möglich: neben einer Wärmepumpe, einem bestehenden Gaskessel oder einer anderen Wärmequelle, beispielsweise als Reserve oder in einer Sanierung, in der die vorhandene Anlage noch Jahre läuft. Für die tägliche Stromverschiebung bleibt eine Batterie die richtige Wahl.
Was bedeutet das für ein Wohngebäude?
Angenommen, ein Haus mit Photovoltaik erzeugt im Sommer deutlich mehr, als es verbraucht. Im Winter ist die Erzeugung gering und der Wärmebedarf hoch.
Ohne Saisonspeicherung verschwindet der Sommerüberschuss im Netz (zu immer ungünstigeren Konditionen), und die Winterwärme muss von außen kommen. Mit thermischer Speicherung wird ein Teil dieser Sommerenergie lokal als Wärme festgehalten. Das Gebäude wird weniger abhängig von Spitzenpreisen, Einspeiseregeln und externen Wärmequellen. Nicht automatisch vollständig autark — das muss es auch nicht sein — aber deutlich mit weniger Krücken.
Und bei Wohnblöcken oder Quartieren?
Bei mehreren Wohneinheiten wird der Unterschied größer. Eine Quartiersbatterie fängt Stromspitzen ab. Der größte Energiebedarf im Winter ist aber meistens Wärme — nicht Strom. Ein lokaler Wärmespeicher kann zentral oder halbzentral Wärme bereitstellen, ohne sofort ein vollständiges Fernwärmenetz auszurollen, mit allen Genehmigungen, Verteilverlusten und Governance-Fragen, die dazugehören.
Für Wohnungsbaugesellschaften, Kommunen und Projektentwickler wird das interessant, wo Standardlösungen an Grenzen stoßen: zu wenig Netzkapazität, beschränkter Platz für Außeneinheiten, Lärmauflagen, Bestandsbauten oder ein Wärmebedarf, der nicht in ein einziges Schema passt.
Nach Funktion entscheiden, nicht nach Überzeugung
Die Energiewende wird manchmal als Glaubenskrieg geführt. Batterie gegen Wärmepumpe. Fernwärme gegen Einzelanlage. Wasserstoff gegen Strom. Das hilft dem Nutzer nicht.
Die nüchterne Frage ist, welche Funktion das System erfüllen soll. Für kurzfristige Stromspeicherung ist eine Batterie sinnvoll. Für Heizung und Warmwasser über längere Zeiträume ist ein Wärmespeicher sinnvoll. In den meisten Wohngebäuden ist eine Kombination das Praktischste. Caldum füllt den Teil, den Batterien nicht bedienen können: Wärme über die Jahreszeiten hinweg, in einer Form, die kompakt genug ist, um in einem Haus oder einem Gebäude tatsächlich Platz zu finden.